Tag 5: Kandy - Pinnawella - Peradeniya - Kandy

Um 7.30 Uhr ist die Abfahrt zum Elefantenwaisenhaus in Pinnawella. Dieser Ausflug ist mit das Beeindruckendste der ganzen Rundreise, da er ein unvergleichliches Naturschauspiel bietet. In diesem Elefantenhaus werden seit 1975 junge verwaiste oder verwundete Elefanten aufgezogen, die auf der Insel aufgegriffen werden. Sie werden dort gepflegt und zu Arbeitselefanten erzogen.

Wir kommen genau richtig zur Fütterungszeit der "kleinen" Grauen. Sie werden anschließend zu ihrer Herde geführt, die in einem See auf dem Grundstück badet. Wir stehen in gebührendem Abstand zu der Elefantenherde und beobachten ehrfürchtig, wie die Großen die kleinen Elefanten trompetend begrüßen und in ihrer Mitte einschließen.

  

Nach diesem Schlammbad führen die Elefantenführer die große Herde über die Verkehrsstraße hinweg durch die Touristenmeile bis zum Flussufer, wo sie wieder baden dürfen. Das Ufertal ist wunderschön und der Anblick der badenden grauen Riesen sehr beeindruckend. Gegen ein kleines Entgeld darf man die Kleinen gerne streicheln und sich dabei fotografieren lassen. Die Elefanten haben ihre Ruhe weg und genießen den Ausflug sichtlich. Sie treiben im Wasser, legen sich gemächlich von einer Seite auf die Andere, werden von den Pflegern betreut, die sie gerne als Sitzkissen im Wasser benutzen. Das linke untere Bild zeigt übrigens die Größe eines Elefantenhaufens.

Auf dem Weg zurück zum Bus kann man an zahlreichen Touristenständen geschnitzte Ware kaufen. Wir erstehen einen Holzelefanten und einen Sonnenhut, da es an diesem Tag fürchterlich warm ist.

Unser nächster Halt ist am Botanischen Garten, laut Anton Gamini einer der schönsten der Welt. Und tatsächlich kann man hier die Vielfältigkeit der Natur beobachten: Schmetterlinge, seltene Pflanzen, Obst. Wir amüsieren uns über den Geruch der Stinkfrucht (rechtes oberes Bild), dessen Mitnahme in öffentlichen Bussen aufgrund seines üblen Geruchs verboten ist. Die Stinkfrucht ist auf Sri Lanka als Potenzmittel bekannt. An Ständen auf dem Weg kann man braune Bananen probieren (Kartoffelersatz) und den Saft der Kokosnuss trinken (milchig-flüssige erfrischende Kost). Unser Reiseführer entpuppt sich als halber Botaniker und kann uns viel erklären. Wir erfahren, dass er Reiseleiter studiert hat und dort Geographie und Botanik unter anderem lernen musste. Wir sind beeindruckt und verlassen später zufrieden und mückenzerstochen die wunderschöne Anlage.

  

  

Nun fahren wir zu einer Edelsteinfabrik, wo uns ein Mitarbeiter den schwierigen Abbau anhand eines Films und eines Modells einer Mine zeigt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Schmuckstücke zu kaufen und sich zusammenzustellen. Dieser Ausflug hat Spaß gemacht und war informativ und anschaulich gemacht.

  

Nach Ankunft im Hotel können wir auf eigene Faust Kandy besichtigen. So machen wir uns alleine zu Fuß auf den Weg in die dämmernde Stadt. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, inmitten fremder Singhalesen als einzige Touristen über die Straße zu gehen. Wir kaufen unterwegs Wasser und erforschen die Stadt. Es ist uns sehr fremd, laut, stinkend voller Abgase und Schmutz und schon bald wollen wir wieder zurück ins Hotel. Leider kommt uns ein Singhalese dazwischen, der behauptet uns aus dem Hotel zu kennen (er gibt sich als Kofferträger aus) und der uns zum Markt schleppt. Dort lernen wir Mohammed kennen, der uns diverse Mixturen und Tees verkauft, die bei ihm angeblich billiger sind. Nun gut, wir haben uns ein wenig über den Tisch ziehen lassen, naive Touris die wir sind, hatten aber trotzdem Spaß am Feilschen und haben jetzt zu Hause nutzlose Souvenirs. Glaubt nie einem, der sich als Bekannter ausgibt, seinen Nutzen aus dem Handeln zieht und später noch eine Belohnung dafür will!

In Kandy besichtigen wir einen Hindu-Tempel. Für uns Katholiken eine sehr merkwürdige Erfahrung, so bunt und kitschig, wie der Tempel geschmückt ist. Innen läutet ständig Glockenmusik und hinter Glas kann man die verschiedenen Hindu-Götter anbeten. Zurück zum Hotel lassen wir uns mit einem Tuc-Tuc bringen, der den steilen Anstieg gefahrlos meistert.

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