Tag 3: Sigiriya - Polonnaruwa - Sigiriya

Frühstück gibts um halb sieben; beim Aufstehen habe ich eine Affenfamilie im Garten entdeckt. Hier gefällts mir, der Natur so nah. Und der Ausblick auf den Sigiriya-Felsen vom Hotel aus ist beeindruckend. Wir fahren zum Felsen, den wir besteigen wollen. Es ist wieder ein klarer, heißer Tag und und jetzt schon warm. Auf dem Weg zum Felsen durchqueren wir die Gärten der ehemaligen Königsstadt.

  

Gamini, unser Reiseleiter, beschreibt uns, wie früher hier gelebt wurde. Nun beginnt der erschwerliche Aufstieg des Felsens über in Stein gehauene Treppenstufen. Auf der Hälfte zur Löwentreppe gibt es einen geschwungenen Aufstieg zur Löwenhöhle. Dort kann man die Fresken der Wolkenmädchen betrachten, die dort vor 1500 Jahren gemalt wurden.

  

Wir machen immer wieder Pausen, weil es so warm ist. Aber die Mühe lohnt sich, denn der Ausblick ist atemberaubend schön. Vor uns sehen wir die weite Landschaft, durch die wir hergekommen sind und hinter uns der dichte, sattgrüne Urwald. Aus diesem klingen Tiergeräusche und man fühlt sich an Jurassic Park erinnert, wo unerwartet jeden Moment Dinosaurier aus dem Urwald gelaufen kommen.

  

Wer den Aufstieg auf das Plateau über die schwindel erregenden Treppen wagt, erhält einen lohnenswerten Ausblick auf die antiken Mauerreste der Königsanlage und den Regenwasserpool und natürlich einen tollen Rundumblick auf die Umgebung Sigiriyas.
Anfangs noch lustig und später nervig sind die jungen Singhalesen, die an den Touristen verdienen wollen. Sie halten einem beim beschwerlichen Aufstieg den Arm und wollen dementsprechend entlohnt werden. Sie freuen sich über ein paar Rupien, aber man darf ihnen nicht zu viel zahlen, dann werden sie unverschämt. Außerdem sind sie schwer wieder los zu werden.
Auf dem Weg zurück treffen wir einen Schlangenbeschwörer, der sich so seinen Lebensunterhalt verdient. Für ein paar Rupien darf man sich die Schlange um den Hals legen.

  

Auf der Rückfahrt zum Hotel erfahren wir, dass wir mittags eine Elefantensafari zum Preis von 20 Euro mitmachen können. Also bricht die Reisegruppe nach kurzer Erholung im Hotel (Sprung in den kleinen Pool) zur Safari auf. Die Fahrt dahin ist abenteuerlich; in einem Minibus holpern wir über die Wege nahe dem Urwald und werden gut durchgerüttelt. Am Ziel angekommen, bezahlen wir und dürfen dann die Elefanten über eine Art Treppe besteigen.

  

Und los geht der Ritt ins Gelände. Wir sitzen oben auf einem Podest und genießen die schöne Aussicht. Das Gelände liegt an einem See und der Ritt geht cirka eine Stunde auf einem Weg entlang am See und wieder zurück. Je nach Blick(Sitz-)richtung kann man den ruhigen See betrachten oder den lebendigen Urwald. Die Führer leiten die Elefanten, die an Ketten geführt werden. Sie verständigen sich mit ihnen über etwa 50 Laute, die die Elefanten verstehen. Wer mag, darf sich hinter den Kopf des Elefanten setzen und so direkt auf ihm reiten. Unterwegs werden uns Bananen verkauft, die wir an unsere Trägerin Nona füttern. Die Haare des Tieres fühlen sich ganz stachelig an, wie eine Drahtbürste. Nach der Hälfte des Weges nimmt man uns die Kameras ab und unsere Elefantendame steigt mit uns ins Wasser. Das ist ein lustiges Unterfangen, da der Elefant bis zum Rüssel einsinkt und unsere Füße fast nass werden. Die Führer filmen und fotografieren uns derweil vom Land aus. Und nun geht's wieder zurück zur Anlage. Dieser Ausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt. Man sollte nur an ausreichenden Sonnenschutz denken.

  

Nach dem Mittagessen im Hotel fahren wir innerhalb von 2 Stunden nach Polonnaruwa, einer großen und bedeutenden Ausgrabungsstätte. Es ist die zweite große singhalesische Haupt- und Königsstadt Sri Lankas. Wir sehen Tempel, die wir barfuß betreten dürfen und Gamini erklärt uns, wie das Leben im 12. Jahrhundert hier verlief. Um die Ruinen besser deuten zu können, besuchen wir vorher ein kleines Museum, wo wir anhand von Fotografien und Modellen einen Überblick über das Gelände und die Ausgrabungen bekommen.

  

Sehr beeindruckend ist das Areal des Felsentempel Gal-Vihara. Dort stehen vier in Stein gehauene Buddha-Statuen. Zwei Figuren sitzen, eine liegt und eine steht. Der sitzende Buddha meditiert. Daneben sitzt in einer Felsengrotte ein weiterer meditierender Buddha, umringt von den indischen Göttern Vishnu und Brahma. Rechts liegt der sterbende Buddha. Hier in der dämmernden Stimmung liegt eine sehr entspannte Ruhe. Man kann auf den Felsen gegenüber sitzen und die Figuren betrachten und auf sich wirken lassen. Singhalesen kommen mit ihren Familien und beten, legen Opfergaben dar oder spielen auf Trommeln.

 

 

Auf der Rückfahrt ist es ruhig und schläfrig im Bus. Wir sehen einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem Grün Sri Lankas und Wildelefanten aus weiter Entfernung. Sie haben leider nicht mehr viel Lebensraum auf der Insel und sind gefährlich für Menschen. Pro Jahr sterben hier ca. 40 Menschen, weil sie zwischen Wildelefanten geraten.

In unserem Hotelzimmer waren die Zimmermädchen fleißig und haben unser Bett mit Blüten und Figuren aus Handtüchern geschmückt.
Unsere Reisegruppe trifft sich zum Abendessen auf der Terrasse wieder, um weiter die singhalesische Küche zu testen. Das Bier ist leider nicht so lecker, erfrischt aber trotzdem. Und so geht auch dieser erlebnisreiche Tag zu Ende.


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